KeramikerIn
Als KeramikerIn stellst du aus Ton und anderen mineralischen Rohstoffen Gegenstände her, die nach dem Brennen hart, widerstandsfähig und hitzebeständig sind. Je nach Schwerpunkt arbeitest du eher handwerklich an Geschirr, Vasen, Kacheln oder Fliesen – oder du richtest in der Industrie Formgebungsmaschinen für große Serien ein. Das Besondere an diesem Beruf ist die Mischung aus Materialgefühl, Gestaltung und dem genauen Beherrschen von Trocknungs- und Brennprozessen.
- 3 Jahre
- Berufsschule Graz
Gehaltsentwicklung (KV)
- 1. LEHRJAHR€ 1.009€ 746 – € 1.156
- 2. LEHRJAHR€ 1.469€ 966 – € 1.734
- 3. LEHRJAHR€ 1.926€ 1.153 – € 2.313
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Passt dieser Beruf zu dir?
Gefragt sind vor allem Gestalter:in und Macher:in. Wie gut du dazu passt, zeigt der Persönlichkeitstest in 10 bis 30 Minuten.
„Hier formst du nicht nur Ton – du steuerst den ganzen Weg vom weichen Rohling bis zum gebrannten Stück, das über 900 °C aushalten muss.“
Was du mitbringen solltest
mehr- Gestalterische Fähigkeit
- Gutes Augenmaß
- Technisches Verständnis
- Prozessverständnis
Typische Aufgaben
mehr- Keramische Rohstoffe zu Massen aufbereiten
- Formen und Modelle herstellen
- Keramische Gegenstände händisch formen
- Rohlinge maschinell oder mit Gießvorrichtungen fertigen
- Formgebungsmaschinen rüsten und einrichten
- Oberflächen bemalen, emaillieren und glasieren
- Keramik in Brennanlagen brennen
Arbeitsumgebung
mehr- Werkstattarbeit an Ton und Rohlingen
- Produktionshallen in der Industriekeramik
- Hitze an Brennöfen und Brennanlagen
- Elektronisch gesteuerte Trocknungs- und Brennanlagen
- Arbeit im Team mit Fach- und Hilfskräften
- Kontakt zu Kunden und Lieferanten
- Maschinenlärm in Produktionsbereichen
Zukunftsperspektiven
Nach der Lehre arbeitest du meist zuerst als Fachkraft in einer Keramikwerkstatt oder – je nach Schwerpunkt – in der industriellen Fertigung. Häufige nächste Schritte sind Spezialisierungen auf bestimmte Produkte oder Verfahren, etwa Geschirr und Ziergegenstände, Fliesen und Kacheln, Oberflächenbehandlung, Qualitätssicherung oder automatisierte Fertigungstechnik. Mit zusätzlicher kaufmännischer und technischer Ausbildung kannst du in größeren Betrieben zu VorarbeiterIn, AbteilungsleiterIn, WerkmeisterIn oder BetriebsleiterIn aufsteigen; daneben gibt es künstlerische und akademische Wege bis hin zum Keramik-Studium.Lehrstellen als KeramikerIn in deiner Nähe
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Im Detail
Anforderungen
In diesem Beruf brauchst du ein gutes Gefühl für Form, Materialzustand und den richtigen Zeitpunkt im Arbeitsablauf. Entscheidend ist, dass du sauber und systematisch arbeitest: Tonmassen, Formen, Trocknungszeiten, Glasuren und Brennvorgänge bauen direkt aufeinander auf, und kleine Fehler zeigen sich oft erst ganz am Ende. Je nach Schwerpunkt kommt entweder mehr gestalterische Handarbeit oder mehr technisches Arbeiten an Maschinen dazu.
Was oft unterschätzt wird
Viele denken bei Keramik zuerst an kreatives Gestalten. Im Alltag entscheidest aber oft du darüber, ob ein Stück den ganzen technischen Weg bis zum fertigen Produkt übersteht.
- 🧠 Du musst den Zustand des Materials richtig einschätzen – zu weich, zu trocken oder gerade passend
- 🔥 Du arbeitest mit Brennprozessen, bei denen Fehler oft erst ganz am Ende sichtbar werden
- ⚙️ In der Industriekeramik brauchst du ein gutes Verständnis für Maschinen, Rüstvorgänge und Serienabläufe
- 👀 Kleine Abweichungen bei Maß, Oberfläche oder Glasur fallen bei fertiger Keramik sofort auf
Achtung
Wer gern spontan improvisiert, stößt hier schnell an Grenzen: Keramische Arbeitsschritte bauen streng aufeinander auf, und man kann viele Fehler später nicht einfach ausbessern.
Alle Anforderungen
Fachkompetenz
- Gestalterische Fähigkeithoch
- Gutes Augenmaßhoch
- Gute Beobachtungsgabehoch
- Handwerkliche Geschicklichkeithoch
- Räumliches Vorstellungsvermögenmittel
- Technisches Verständnishoch
- Anwendung und Bedienung digitaler Toolsmittel
Sozialkompetenz
- Kommunikationsfähigkeitmittel
- Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammenzuarbeitenmittel
Allgemein
- Zuverlässigkeit und Pünktlichkeitmittel
- Genaues und sorgfältiges Arbeitenhoch
- Selbstständiges Arbeitenmittel
- Einsatzfreudemittel
- Verantwortungsbewusstseinmittel
- Lernbereitschaftmittel
Selbstkompetenz
- Aufmerksamkeithoch
- Beurteilungsvermögen und Entscheidungsfähigkeitmittel
- Flexibilität und Veränderungsbereitschaftmittel
- Umweltbewusstseinmittel
Methodenkompetenz
- Prozessverständnishoch
- Systematische Arbeitsweisehoch
Koerperlich
- Gute Reaktionsfähigkeitmittel
Im Detail
Aufgaben
Der Kern dieses Berufs ist, aus einer weichen keramischen Masse ein haltbares Werkstück mit genau geplanter Form und Oberfläche zu machen. Ein typischer Arbeitstag verbindet Materialaufbereitung, Formen, Trocknen, Brennen, Glasieren und das Prüfen der fertigen Stücke. Je nach Schwerpunkt arbeitest du eher an Einzelstücken und Kleinserien in der Werkstatt oder an automatisierten Anlagen in der industriellen Produktion.
Besonderheit
Keramik ist ein Beruf mit Zeitverzögerung: Ob du sauber gearbeitet hast, zeigt sich oft erst nach dem Trocknen oder Brennen. Genau deshalb ist vorausschauendes Arbeiten hier wichtiger als schnelles Arbeiten.
Alle Aufgaben
Keramische Rohstoffe zu Massen aufbereiten
Du bereitest Ton und ähnliche mineralische Rohstoffe so auf, dass eine gleichmäßige, formbare keramische Masse entsteht. Dabei kommt es darauf an, Konsistenz, Feuchtigkeit und Verarbeitbarkeit passend zum späteren Produkt einzustellen. Wenn die Masse nicht stimmt, entstehen beim Formen, Trocknen oder Brennen leicht Risse, Verzug oder andere Fehler.
Entwürfe anfertigen und umsetzen
Bevor ein Stück entsteht, setzt du Entwürfe für Form, Größe und Gestaltung um. Das ist besonders wichtig, wenn Geschirr, Vasen, Kacheln oder Zierstücke nicht nur funktionieren, sondern auch gestalterisch stimmig wirken sollen. Du überträgst die Idee in Maße, Formen und Arbeitsschritte, damit aus dem Entwurf ein herstellbares keramisches Produkt wird.
Formen und Modelle herstellen
Für viele Werkstücke brauchst du zuerst Modelle oder Formen, mit denen keramische Rohlinge hergestellt werden können. Solche Formen sind vor allem bei wiederkehrenden Produkten wichtig, etwa bei Serien von Tassen, Fliesen oder Sanitärteilen. Hier zählt Genauigkeit, weil sich jede Ungenauigkeit später auf alle geformten Stücke überträgt.
Keramische Gegenstände händisch formen
Im handwerklichen Bereich formst du Werkstücke direkt mit der Hand oder auf der Töpfer- und Drehscheibe. So entstehen etwa Teller, Tassen, Krüge, Vasen oder Gefäße. Dabei musst du Materialdicke, Rundlauf und Proportion ständig kontrollieren, damit das Stück beim Trocknen und Brennen seine Form behält.
Rohlinge maschinell oder mit Gießvorrichtungen fertigen
Je nach Betrieb werden keramische Rohlinge nicht nur händisch, sondern auch mit Formen, Gießvorrichtungen oder anderen Formgebungsverfahren hergestellt. In der Industrie beschickst und bedienst du dafür Anlagen, die große Stückzahlen gleichmäßig produzieren. Das ist vor allem bei Fliesen, Kacheln, Sanitärkeramik oder technischen Keramikteilen wichtig.
Formgebungsmaschinen rüsten und einrichten
Im Schwerpunkt Industriekeramik stellst du automatisiert arbeitende Formgebungsmaschinen auf das jeweilige Produkt um. Du rüstest Maschinen, richtest Werkzeuge oder Formen ein und prüfst, ob Maße und Abläufe passen. Wenn hier etwas falsch eingestellt ist, laufen ganze Serien fehlerhaft vom Band.
Rohlinge garnieren und nachbearbeiten
Nach dem Formen bearbeitest du die noch ungebrannten Rohlinge weiter. Du glättest Kanten, bringst zusätzliche Teile an oder korrigierst kleine Formfehler, bevor das Stück trocknet. Diese Phase ist heikel, weil der Rohling noch empfindlich ist und leicht beschädigt werden kann.
Glasuren, Engoben und Farben zubereiten
Du mischst und bereitest Glasuren, Engoben und Farben für die spätere Oberflächengestaltung vor. Engoben sind dünnflüssige Tonmassen, die zum Einfärben oder Beschichten verwendet werden. Schon kleine Unterschiede in Zusammensetzung oder Auftrag können das Aussehen nach dem Brennen stark verändern.
Oberflächen bemalen, emaillieren und glasieren
Die fertige Oberfläche entsteht durch Bemalen, Emaillieren, Glasieren oder andere Veredelungsschritte. Damit gibst du einem Stück Farbe, Glanz, Schutz oder eine bestimmte Struktur. Gerade bei Gebrauchs- und Baukeramik muss die Oberfläche nicht nur gut aussehen, sondern auch zur späteren Verwendung passen.
Werkstücke kontrolliert trocknen lassen
Bevor Keramik gebrannt werden kann, müssen die geformten Stücke gleichmäßig trocknen. Dafür nutzt du je nach Betrieb auch elektronisch gesteuerte Trocknungsanlagen. Zu schnelles oder ungleichmäßiges Trocknen führt leicht zu Spannungen, Rissen oder Verformungen.
Keramik in Brennanlagen brennen
Du bringst die getrockneten Werkstücke in den Brennofen oder in elektronische Brennanlagen und überwachst den Brennvorgang. Gebrannt wird bei Temperaturen von mehr als 900 Grad Celsius, wodurch das Material hart, widerstandsfähig und hitzebeständig wird. Der Brennprozess entscheidet wesentlich darüber, ob Form, Farbe und Oberfläche am Ende gelingen.
Fertige Produkte auf Fehler prüfen
Nach dem Brennen kontrollierst du, ob die Stücke Risse, Verzug, Glasurfehler, Maßabweichungen oder andere Mängel haben. In der industriellen Fertigung gehört dazu auch die laufende Produktendkontrolle während größerer Serien. Diese Prüfung ist wichtig, weil manche Fehler erst nach dem Trocknen oder Brennen sichtbar werden.
Im Detail
Arbeitsumgebung
Wo KeramikerInnen arbeiten
Der Arbeitsort hängt stark vom Schwerpunkt ab.
- 🏺 Kleine und mittlere Keramikwerkstätten im Gewerbe
- 🏭 Großbetriebe der keramischen Industrie, vor allem in Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark und Wien
- 🏠 Werkbereiche für Gebrauchskeramik mit Töpfer- und Drehscheiben, Glasuren und Brennöfen
- 🧱 Produktionsbereiche für Baukeramik und Industriekeramik mit Formgebungsmaschinen, Schneidanlagen und Trocknungsanlagen
Selten
Diese Lehre wird in Österreich nur sehr selten angeboten. Das heißt: Wer sie machen will, muss oft gezielt nach einem Lehrbetrieb suchen und manchmal auch räumlich flexibel sein.
Typische Umgebungsmerkmale
- Werkstattarbeit an Ton und Rohlingen
- Produktionshallen in der Industriekeramik
- Hitze an Brennöfen und Brennanlagen
- Elektronisch gesteuerte Trocknungs- und Brennanlagen
- Arbeit im Team mit Fach- und Hilfskräften
- Kontakt zu Kunden und Lieferanten
- Maschinenlärm in Produktionsbereichen
Im Detail
Zukunftsperspektiven
Nach der Lehre: vom Mitlernen zum eigenen Werkstück
Der erste große Schritt nach der Lehrzeit ist, dass du nicht mehr nur bei einzelnen Arbeitsschritten mithilfst, sondern komplette Abläufe selbst verantwortest. Du entscheidest dann eher selbst, wie eine keramische Masse vorbereitet wird, wann ein Rohling weiterbearbeitet werden kann und ob eine Oberfläche oder Brenncharge gelungen ist. In kleinen Werkstätten heißt das oft: mehr Eigenverantwortung vom Entwurf bis zum fertigen Stück. In Industriebetrieben bedeutet es eher, dass du Maschinen selbst rüstest, Serien überwachst und bei Qualitätsabweichungen eingreifst. Der Beruf wird nach der Lehre also nicht einfach „dasselbe nur ohne Schule“, sondern spürbar eigenständiger.
Worauf du dich fachlich spezialisieren kannst
Mit Berufserfahrung entwickeln viele KeramikerInnen ein klares Profil. Häufige Richtungen aus diesem Beruf heraus sind zum Beispiel:
- 🍽️ Gebrauchskeramik wie Geschirr, Krüge, Vasen und andere Serien oder Einzelstücke für den Alltag
- 🧱 Baukeramik wie Fliesen, Kacheln, Gartengefäße und keramische Elemente für Innen- und Außenbereiche
- 🎨 Oberflächenbehandlung mit Schwerpunkt Glasieren, Emaillieren und gestalterische Veredelung
- ⚙️ Industrielle Fertigungstechnik mit Formgebungsmaschinen, Produktionsautomatisierung und Betriebstechnik
- 🔍 Produktendkontrolle und Qualitätsmanagement in laufenden Serien
- 🛒 Verkauf und Vertrieb, wenn du Produkte nicht nur herstellen, sondern auch erklären und vermarkten willst
Wenn dich eher Maschinen reizen: der Weg in die industrielle Keramik
Im Schwerpunkt Industriekeramik kann sich dein Berufsbild mit den Jahren stark in Richtung Produktionstechnik entwickeln. Dann steht nicht mehr das einzelne Stück im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Formgebungsmaschinen, Gießvorrichtungen sowie Trocknungs- und Brennanlagen für gleichbleibende Qualität eingestellt werden. Wer hier gut wird, versteht nicht nur Ton und Glasur, sondern ganze Prozessketten. Genau daraus entstehen in größeren Betrieben Aufstiegschancen: zuerst als besonders erfahrene Fachkraft, später mit Zusatzqualifikation auch als VorarbeiterIn oder AbteilungsleiterIn. Wenn du also gern tüftelst und Produktionsabläufe verbessern willst, ist Keramik nicht nur ein Handwerk, sondern auch ein Technikberuf.
Wenn dich Form und Ausdruck reizen: der künstlerische Weg
Keramik kann auch in eine stark gestalterische Richtung führen. Über die Meisterschule für Kunst und Gestaltung in Graz mit dem Ausbildungszweig Keramische Formgebung kannst du dich gezielt in Richtung Form, Objekt und Gestaltung weiterentwickeln. Noch stärker in den künstlerischen Bereich führt das Studium Keramik an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz oder die Meisterklasse für Produktgestaltung – Keramik an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Dort geht es nicht mehr nur darum, ein sauberes Werkstück herzustellen, sondern eine eigene gestalterische Handschrift zu entwickeln. Für Jugendliche, die Handwerk und Gestaltung nicht trennen wollen, ist genau das ein interessanter Langzeitweg.
Weiterbildungen, die im Beruf wirklich etwas verändern
Nicht jede Weiterbildung bringt dich in dieselbe Richtung. Diese Angebote aus den Quelldaten verändern dein Berufsleben ganz konkret:
- 📘 Vorbereitungskurs auf die Meisterprüfung beim WIFI
- 🏺 Vorbereitungskurs auf die Meisterprüfung an der Fachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob
- 🎓 Meisterschule für Kunst und Gestaltung in Graz, wenn du dich stärker auf keramische Formgebung konzentrieren willst
- 🏛️ Studium Keramik in Linz, wenn du den Weg zwischen Kunst, Gestaltung und Materialentwicklung gehen willst
- 🖼️ Meisterklasse für Produktgestaltung – Keramik in Wien, wenn du mit Arbeitsproben und Aufnahmeprüfung in den künstlerischen Spitzenbereich willst
Eigene Werkstatt, eigene Linie, eigener Stil
Für manche ist das eigentliche Ziel nicht der Aufstieg im Betrieb, sondern etwas Eigenes: eine kleine Werkstatt mit eigenem Sortiment, Auftragsarbeiten oder einer klaren gestalterischen Richtung. Rechtlich gibt es dafür Wege: selbstständig im reglementierten Gewerbe "KeramikerIn, Platten- und FliesenlegerIn" mit Befähigungsnachweis oder – für kunstgewerbliche Zier- und Schmuckgegenstände und das Bemalen und Verzieren von Keramik und Porzellan – im freien Gewerbe nach Anmeldung. Das Spannende daran ist, dass du nicht nur Werkstücke machst, sondern auch entscheidest, wofür dein Name stehen soll: eher Gebrauchskeramik für den Alltag, dekorative Einzelstücke oder veredelte Produkte. Dieser Weg ist fordernd, weil du zusätzlich Organisation, Verkauf und Kundenerwartungen tragen musst. Aber er ist einer der direktesten Wege, aus handwerklichem Können eine eigene Handschrift zu machen.
Aufstieg im größeren Betrieb
In Großbetrieben der keramischen Industrie gibt es klassische Aufstiegsschritte, die in kleinen Werkstätten oft gar nicht existieren. Mit Erfahrung und zusätzlicher kaufmännischer und technischer Ausbildung kannst du zu VorarbeiterIn, AbteilungsleiterIn, WerkmeisterIn oder BetriebsleiterIn werden. Dann arbeitest du weniger direkt am einzelnen Rohling und mehr an Organisation, Maschinenbelegung, Qualitätsfragen und Personalführung. Das ist interessant für Leute, die aus dem Fach heraus Verantwortung übernehmen wollen, ohne den Werkstoff Keramik ganz zu verlassen. Dein Vorteil dabei: Du führst nicht nur mit Tabellen, sondern mit echtem Verständnis dafür, was in der Produktion praktisch funktioniert und was nicht.
Realistisch
Die Zahl der Lehrlinge in diesem Beruf ist in Österreich sehr niedrig. Das macht den Einstieg nicht automatisch leicht – aber wer die Lehre findet und wirklich dranbleibt, gehört zu einer kleinen Fachgruppe mit klar erkennbarem Spezialwissen.
Der ruhige, solide Weg: gutes Handwerk und ein Leben daneben
Nicht jeder muss BetriebsleiterIn werden oder an eine Kunstuniversität gehen. Keramik kann auch einfach ein solides Fundament sein: Du beherrschst ein seltenes Handwerk, arbeitest an realen Produkten und siehst am Ende des Tages, was aus deiner Arbeit geworden ist. Gerade für Menschen, die lieber etwas Greifbares herstellen als den ganzen Tag vor einem Bildschirm zu sitzen, kann das langfristig sehr befriedigend sein. Wenn du einen Betrieb findest, der zu dir passt, ist auch ein Berufsleben denkbar, in dem du fachlich sicher wirst, deinen Feierabend hast und neben der Arbeit genug Platz für Familie, Hobbys oder ein eigenes kleines kreatives Projekt bleibt. Auch das ist ein ernstzunehmendes Zukunftsbild – nicht die kleine Version, sondern für viele genau die richtige.
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