PräparatorIn
Als PräparatorIn konservierst du tote Tiere so, dass sie für Unterricht, Forschung, Museen oder als Jagdtrophäe dauerhaft erhalten bleiben. Du arbeitest dabei an der Schnittstelle von Handwerk, Biologie, Chemie und Gestaltung: Haut abnehmen, konservieren, Modelle formen, Haltung und Ausdruck naturgetreu nachbilden.
- 3 Jahre
- Berufsschule Wien
Gehaltsentwicklung (KV)
- 1. LEHRJAHR€ 643ab € 643
- 2. LEHRJAHR€ 876ab € 876
- 3. LEHRJAHR€ 1.168ab € 1.168
Nur in der App
Passt dieser Beruf zu dir?
Gefragt sind vor allem Organisierte und Macher:in. Wie gut du dazu passt, zeigt der Persönlichkeitstest in 10 bis 30 Minuten.
„Dieser Beruf ist kein "Ausstopfen" im Alltagssinn, sondern genaue Taxidermie mit Artenschutzprüfung, chemischer Konservierung und viel Gefühl für Anatomie und Haltung.“
Was du mitbringen solltest
mehr- Gestalterische Fähigkeit
- Chemisches Verständnis
- Geduld
- Hygienebewusstsein
- Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Stoffen
- Unempfindlichkeit gegenüber Gerüchen
Typische Aufgaben
mehr- Tiere fachgerecht abbalgen
- Felle und Häute konservieren
- Körpermodelle nach Maß herstellen
- Fell überziehen und vernähen
- Glasaugen einsetzen und Ausdruck gestalten
Arbeitsumgebung
mehr- Werkstatt und Atelier
- Museen und Universitätsinstitute
- Kontakt mit Museumsleuten, Behörden und Kundschaft
- Arbeit mit Chemikalien
- Gerüche können belastend sein
- Teilweise Arbeit mit 3D-Modeling und Bürosoftware
Zukunftsperspektiven
Nach der Lehre führen die häufigsten Wege entweder in kleine Präparationsbetriebe oder in Museen, wissenschaftliche Institute und Universitäten mit zoologischem Bezug. Mit Erfahrung kannst du dich vor allem auf Museumspräparate, Jagdtrophäen, Restaurierung alter Bestände oder den Handel mit Werkstoffen für die Präparierung spezialisieren; ein Aufstieg zur Werkstättenleitung ist grundsätzlich möglich, kommt aber wegen der kleinen Betriebsstrukturen selten vor. Eine realistische Alternative ist die selbstständige Arbeit im freien Gewerbe "PräparatorIn", darüber hinaus sind die Entwicklungsmöglichkeiten in Österreich eher eng.Lehrstellen als PräparatorIn in deiner Nähe
Wo suchst du? Dann siehst du die Lehrstellen in deiner Umgebung.
Andere Berufe entdecken
Im Detail
Anforderungen
In diesem Beruf musst du sehr genau mit Tierkörpern, Häuten, Chemikalien und feinen Ersatzteilen arbeiten können, ohne hektisch oder unachtsam zu werden. Gute PräparatorInnen verbinden handwerkliche Sicherheit mit biologischem Verständnis und einem Blick dafür, wie ein Tier in Haltung, Proportion und Oberfläche wirklich wirkt.
Was oft unterschätzt wird
Viele denken bei diesem Beruf zuerst an Handwerk oder Zeichentalent. In der Praxis brauchst du aber zusätzlich einen nüchternen Umgang mit Tierkörpern, Gerüchen und chemischen Stoffen. Wer schon bei Blut, feuchten Häuten oder konservierten Organen aussteigt, wird sich in der Werkstatt schwer tun. Gleichzeitig reicht Härte allein nicht aus: Ein gutes Präparat verlangt Geduld, feine Fingerarbeit und einen sehr genauen Blick auf Anatomie und Haltung.
Achtung
Wenn du stark auf Tierhaare, Staub oder Chemikalien reagierst, solltest du diesen Beruf besonders kritisch prüfen. Allergien und empfindliche Atemwege können im Arbeitsalltag ein echtes Hindernis sein.
Alle Anforderungen
Fachkompetenz
- Handwerkliche Geschicklichkeithoch
- Gutes Augenmaßhoch
- Gestalterische Fähigkeithoch
- Räumliches Vorstellungsvermögenhoch
- Chemisches Verständnismittel
Koerperlich
- Fingerfertigkeithoch
- Tastsinn für Nachformarbeitenmittel
- Gutes Sehvermögenhoch
- Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Stoffenhoch
- Unempfindlichkeit der Hautmittel
- Unempfindlichkeit gegenüber Gerüchenhoch
Methodenkompetenz
- Kreativitätmittel
- Systematische Arbeitsweisehoch
Selbstkompetenz
- Aufmerksamkeithoch
- Beurteilungsvermögen und Entscheidungsfähigkeitmittel
- Geduldhoch
- Flexibilität und Veränderungsbereitschaftmittel
- Gesundheitsbewusstseinhoch
Allgemein
- Selbstständiges Arbeitenhoch
- Genaues und sorgfältiges Arbeitenhoch
- Zuverlässigkeit und Pünktlichkeitmittel
- Verantwortungsbewusstseinhoch
- Lernbereitschaftmittel
- Einsatzfreudemittel
- Teamfähigkeitmittel
- Hygienebewusstseinhoch
- Möglichst frei von Allergien seinmittel
Sozialkompetenz
- Kommunikationsfähigkeitmittel
- Kundinnen- und Kundenorientierungmittel
Im Detail
Aufgaben
Der Kern des Berufs ist, aus einem toten Tier ein dauerhaft haltbares und naturgetreu wirkendes Präparat zu machen. Dazu gehören nicht nur Schnitte, Konservierung und Modellbau, sondern auch Entscheidungen über Artenschutz, Materialwahl, Haltung, Ausdruck und die richtige Präsentation im Museum, in der Schule oder als Trophäe.
Wichtig
Der schwierigste Moment bei vielen Trockenpräparaten ist nicht das spätere Aufstellen, sondern die saubere Arbeit an Kopf, Gesicht und Ausdruck. Genau dort entscheidet sich, ob ein Tierpräparat überzeugend wirkt oder künstlich aussieht.
Alle Aufgaben
Herkunft und Artenschutz prüfen
Bevor du überhaupt mit der Präparation beginnst, kontrollierst du, woher das Tier stammt und ob seine Bearbeitung rechtlich zulässig ist. Dabei beachtest du Natur- und Artenschutzbestimmungen, besonders bei seltenen oder exotischen Tieren. Ohne diese Prüfung darf ein Präparat oft gar nicht angenommen oder weiterbearbeitet werden.
Tiere fachgerecht abbalgen
Beim Abbalgen schneidest du die Haut meist an der Bauchseite längs auf und löst sie vorsichtig vom Körper ab. Besonders heikel ist der Kopfbereich, weil dort Haut, Ohren, Lider und Schnauzenpartien leicht beschädigt werden können. Sauberes Arbeiten entscheidet hier darüber, ob das spätere Präparat natürlich aussieht oder nicht.
Fleisch- und Fettreste entfernen
Nach dem Häuten schabst du an der Innenseite der Haut alle Fleisch- und Fettreste ab. Dafür verwendest du Schaber und andere Handwerkzeuge, weil selbst kleine Rückstände später zu Fäulnis oder Schädlingsbefall führen können. Dieser Arbeitsschritt ist körpernah, genau und oft geruchsintensiv.
Häute und Felle reinigen
Die abgezogene Haut wird gereinigt, oft in einem Wasserbad, damit Schmutz, Blutreste und lose Gewebeteile entfernt werden. Erst wenn das Material sauber ist, lässt es sich zuverlässig weiterkonservieren und verarbeiten. Die Reinigung beeinflusst auch, wie gut Fell oder Haut später am Modell anliegen.
Felle und Häute konservieren
Zur Haltbarmachung legst du Felle in Gerbstofflösungen ein, damit die Hautfasern gegen Fäulnis geschützt werden. Größere Häute werden dafür häufig an Gerbereibetriebe weitergegeben. Zusätzlich behandelst du die Innenseite konservierter Felle mit Schutzmitteln gegen Schädlingsbefall.
Körpermodelle nach Maß herstellen
Für Trockenpräparate baust du nach den Maßen des Tieres ein passendes Körpermodell. Je nach Tier und Auftrag verwendest du Styropor, Holz, Papierwolle oder fertige beziehungsweise selbst angepasste Kunststoffformen. Das Modell muss Größe, Körperbau und typische Haltung des Tieres glaubwürdig wiedergeben.
Abgüsse und Ersatzteile formen
Nicht alle Körperteile lassen sich dauerhaft erhalten, deshalb stellst du Ersatzteile aus Kunststoff oder anderen formbaren Materialien her. Dazu gehören etwa Gebisse, Zungen, Ohren oder andere Details, die später ins Präparat eingesetzt werden. Auch Lippen, Nasen und Ohren werden modelliert und mit Ton ausgearbeitet.
Fell überziehen und vernähen
Das konservierte Fell oder die Haut wird vorsichtig über das vorbereitete Modell gezogen und an der richtigen Stelle ausgerichtet. Danach nähst du die Schnitte sauber zu, damit keine Spannungen, Falten oder schiefen Partien sichtbar bleiben. In dieser Phase zeigt sich, wie gut Präparation und Modell zusammenpassen.
Glasaugen einsetzen und Ausdruck gestalten
Mit Glasaugen und fein modellierten Partien gibst du dem Präparat Blickrichtung, Wachheit und einen naturgetreuen Ausdruck. Farbe, Augenstellung und Gesichtsform müssen zum Tier passen, sonst wirkt das Ergebnis künstlich oder falsch. Hier kommen handwerkliche Präzision und gestalterisches Gefühl besonders stark zusammen.
Präparate montieren und inszenieren
Fertige Präparate befestigst du auf Sockeln, platzierst sie in Vitrinen oder gestaltest bei Bedarf eine passende natürliche Umgebung dazu. Für Museen und Unterricht reicht oft nicht nur das Tier selbst, sondern auch seine glaubwürdige Präsentation. Haltung, Untergrund und Umgebung sollen das Tier so zeigen, wie man es in der Natur erwarten würde.
Feuchtigkeitspräparate fixieren und einlegen
Bei Fischen, Kriechtieren, Amphibien oder Organen arbeitest du oft mit Feuchtigkeitspräparaten. Das Tier wird in eine gewünschte Haltung gebracht, mit Formalininjektionen fixiert und mehrere Tage in ein Formalinbad gelegt. Danach setzt du es in ein Präparateglas ein, füllst Konservierungsflüssigkeit wie Alkohol ein und verschließt das Glas luftdicht.
Präparate reinigen und restaurieren
Neben Neuanfertigungen reparierst und reinigst du auch ältere Tiermodelle und Präparate. Dabei besserst du beschädigte Stellen aus, ersetzt fehlende Teile oder entfernst Staub und Verschmutzungen, ohne das Objekt zu schädigen. Gerade in Museen ist diese Erhaltungsarbeit ein wichtiger Teil des Berufs.
Im Detail
Arbeitsumgebung
Wo PräparatorInnen arbeiten
Die Arbeitsorte sind überschaubar und meist stark spezialisiert.
- Kleine gewerbliche Präparationsbetriebe mit Werkstattcharakter
- Naturhistorische und zoologische Museen mit Sammlungen und Ausstellungen
- Wissenschaftliche Institute und Universitäten, etwa in zoologischen Abteilungen
- Depots, Vitrinen- und Ausstellungsbereiche, wenn Präparate gereinigt oder montiert werden
Selten
Lehrstellen und spätere Jobs sind in diesem Beruf in Österreich sehr rar. Wer diesen Weg einschlägt, sollte wissen, dass die Leidenschaft für die Tätigkeit wichtiger sein muss als die Aussicht auf viele offene Stellen.
Typische Umgebungsmerkmale
- Werkstatt und Atelier
- Museen und Universitätsinstitute
- Kontakt mit Museumsleuten, Behörden und Kundschaft
- Arbeit mit Chemikalien
- Gerüche können belastend sein
- Teilweise Arbeit mit 3D-Modeling und Bürosoftware
Im Detail
Zukunftsperspektiven
Der erste Schritt nach der Lehre
Direkt nach der Lehre wirst du in diesem Beruf nicht aus vielen offenen Stellen wählen können. Typische Arbeitsorte sind kleine Präparationsbetriebe, naturhistorische oder zoologische Museen sowie wissenschaftliche Institute und Universitäten. Dort übernimmst du mit der Zeit ganze Präparate selbstständig: von der rechtlichen Prüfung über die Konservierung bis zur Montage. Gerade weil das Feld klein ist, zählt praktische Qualität stark — wenn deine Arbeiten sauber, naturgetreu und haltbar sind, spricht sich das in dieser Nische herum.
Wohin du dich fachlich spezialisieren kannst
Mit Berufserfahrung entwickeln sich PräparatorInnen oft in eine klar erkennbare Richtung.
- Museums- und Ausstellungspräparate herstellen, bei denen Wirkung, Haltung und Präsentation für Vitrinen entscheidend sind
- Präparate für Jägerinnen und Jäger anfertigen, etwa Köpfe, Geweihe oder andere Trophäen mit passendem Sockel
- Alte Tierpräparate restaurieren, reinigen und beschädigte Partien fachgerecht ersetzen
- Werkstoffe und Hilfsmaterialien für die Präparierung handeln oder vertreiben, wenn du Materialkenntnis mit Kundenkontakt verbinden willst
Eine eigene kleine Präparationswerkstatt aufbauen
Selbstständigkeit ist in diesem Beruf rechtlich möglich, weil "PräparatorIn" ein freies Gewerbe ist. Das heißt aber nicht automatisch, dass der Schritt leicht ist: Du brauchst Aufträge, passende Räume, sicheren Umgang mit Chemikalien und einen Ruf, dem Kundschaft vertraut. Realistisch wäre eine kleine Werkstatt mit Fokus auf Jagdtrophäen, Restaurierung oder einzelne Museumsaufträge. Wer sich selbstständig macht, arbeitet nicht nur am Präparat, sondern auch mit Behörden, Kundschaft, Lieferanten und allen organisatorischen Fragen rund um den Betrieb.
Realistisch
Die größte Hürde in diesem Beruf ist nicht das Handwerk, sondern die geringe Zahl an Stellen und Aufträgen. Du solltest diesen Weg deshalb nur wählen, wenn du genau weißt, dass dich die Tätigkeit selbst langfristig trägt.
Aufstieg ist möglich, aber selten
Ein klassischer Aufstieg zur Werkstättenleitung ist grundsätzlich vorgesehen. In der Praxis gibt es dafür aber nur wenige Chancen, weil viele Betriebe sehr klein sind oder als Familienbetrieb geführt werden. Wenn du diesen Schritt schaffst, veränderst du deinen Alltag deutlich: Du koordinierst Aufträge, entscheidest über Materialeinsatz, übernimmst Verantwortung für Qualität und organisierst Abläufe in der Werkstatt. Der Weg dorthin führt weniger über Titel als über Vertrauen in deine fachliche Arbeit.
Ein solides Leben in einer kleinen Nische
Nicht jeder will groß aufsteigen oder eine Werkstatt eröffnen. In diesem Beruf kann auch ein ruhigerer Weg sinnvoll sein: gute handwerkliche Arbeit abliefern, ein Spezialgebiet aufbauen und sich in einem kleinen fachlichen Umfeld einen Namen machen. Gerade in Museen oder spezialisierten Betrieben kann es erfüllend sein, sehr sorgfältig an einzelnen Objekten zu arbeiten und sichtbare, dauerhafte Ergebnisse zu schaffen. Wichtig ist nur, dass du die enge Arbeitsmarktlage realistisch mitdenkst und bereit bist, örtlich und fachlich flexibel zu bleiben.
Weiterbildung
In Österreich werden wegen der sehr kleinen Berufsgruppe keine eigenen Weiterbildungskurse für PräparatorInnen angeboten. Weiterkommen bedeutet hier vor allem: Praxis sammeln, Spezialisierung aufbauen und in dieser kleinen Fachwelt sichtbar gute Arbeit leisten.
Nur in der App
Mehr Hilfe bei Beruf und Lehrstelle gibt’s in der App.
- Mach den Persönlichkeitstest und sieh, was zu dir passt — wissenschaftlich fundiert.
- Entdecke Lehrstellen in spannenden Videos — wie bei TikTok.
- Merk dir Lehrstellen und vergleiche deine Favoriten.
- Betriebe bewerben sich bei dir.
- Schreib Betrieben direkt — ohne Bewerbungsschreiben.
Kostenlos und jederzeit löschbar.






