Als BootbauerIn baust du Ruder-, Segel-, Motor- und Arbeitsboote aus Holz oder Kunststoff und fertigst auch einzelne Teile wie Rumpf, Deck, Kiel oder Masten an. Du arbeitest viel mit Handwerkzeugen und Maschinen, liest Pläne, formst gebogene Bauteile und schützt Oberflächen gegen Wasser, Witterung und Korrosion. Anders als in vielen Holzberufen geht es hier nicht nur um schönes Arbeiten, sondern um Dichtheit, Laufeigenschaften und Belastbarkeit am Wasser.
- 3 Jahre
- Berufsschule Kremsmünster
Gehaltsentwicklung (KV)
- 1. LEHRJAHR€ 921ab € 921
- 2. LEHRJAHR€ 1.107ab € 1.107
- 3. LEHRJAHR€ 1.304ab € 1.304
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Apprentice project - Frauscher 610 San RemoFrauscher Bootshafen und Bootshandel GmbH & Co KG
„BootbauerInnen bauen nicht einfach Möbel aus Holz oder Kunststoff – sie schaffen Rümpfe, Decks und Beschläge, die im Wasser funktionieren und dauerhaft dicht bleiben müssen.“
Was du mitbringen solltest
mehr- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Materialkenntnis bei Holz, Fasern und Harzen
- Körperliche Wendigkeit
- Gutes Sehvermögen
- Unempfindlichkeit der Haut
Typische Aufgaben
mehr- Materialien fachgerecht auswählen und prüfen
- Holzbauteile zuschneiden und formen
- Hilfskonstruktionen und Negativformen herstellen
- Rumpf und Bootsstruktur zusammenbauen
- Faserverbund-Bauteile von Hand laminieren
- Oberflächen schleifen, lackieren und konservieren
Arbeitsumgebung
mehr- Werkstatt und Werkhalle
- Teilweise im Freien
- Direkt am Wasser
- Kleinbetriebe und Teamarbeit
- Lärm durch Maschinen
- Staub, Schleif- und Reinigungsarbeit
- Kontakt mit Harzen, Lacken und Lösungsmitteln
Zukunftsperspektiven
Nach der Lehre arbeitest du meist in kleinen Bootbaubetrieben, in denen Reparatur, Wartung und Instandhaltung einen großen Teil des Geschäfts ausmachen. Wenn du dich weiterentwickeln willst, sind Spezialisierungen auf Kunststoff- und Faserverbundtechnik, bestimmte Bootstypen, Innenausbau oder technische Planung besonders naheliegend; in wenigen Betrieben des Kunststoffbootbaus sind auch Schritte Richtung VorarbeiterIn oder WerkmeisterIn möglich. Als formaler Weiterbildungsweg ist vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige in der Fachrichtung Kunststofftechnik wichtig, dazu kommen passende Kurse bei BFI und WIFI. Darüber hinaus gibt es noch Wege in angrenzende Holz-, Kunststoff- oder Metallbereiche sowie in die Selbstständigkeit.Lehrstellen als BootbauerIn in deiner Nähe
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Anforderungen
In diesem Beruf musst du sauber mit Holz, Kunststoffen, Fasern, Harzen und Beschichtungen umgehen und gleichzeitig verstehen, wie aus vielen Einzelteilen ein belastbarer Rumpf entsteht. Wer hier gut zurechtkommt, arbeitet geduldig, sieht kleine Maßabweichungen früh und bleibt auch dann konzentriert, wenn in engen Bootsrümpfen, mit schweren Teilen oder bei Reparaturen im Freien gearbeitet wird.
Achtung
Unterschätzt wird oft der Kontakt mit Harzen, Lacken, Lösungsmitteln und Schleifstaub. Wer auf solche Stoffe empfindlich reagiert oder Schutzregeln nicht ernst nimmt, wird im Arbeitsalltag schnell Probleme bekommen.
Körperlich solltest du Folgendes aushalten
Diese Punkte fallen im Bootbau besonders auf, weil du nicht nur an Werkbänken arbeitest, sondern auch in Rümpfen, an größeren Bauteilen und direkt beim Boot.
- Längeres Arbeiten im Stehen beim Schleifen, Montieren und Beschichten
- Heben und Positionieren von Hölzern, Formen und Bootsteilen
- Arbeiten in engen, schlecht zugänglichen Bereichen im Bootsrumpf
- Sicheres Bewegen auf nassen oder unebenen Flächen am Wasser
- Umgang mit Staub, Lacken, Harzen und Reinigungsmitteln
Alle Anforderungen
Fachkompetenz
- Handwerkliche Geschicklichkeithoch
- Räumliches Vorstellungsvermögenhoch
- Technisches Verständnishoch
- Technische Unterlagen sicher lesenhoch
- Materialkenntnis bei Holz, Fasern und Harzenhoch
Selbstkompetenz
- Genaues und sorgfältiges Arbeitenhoch
- Sicherheitsbewusstseinhoch
- Ausdauer und Durchhaltevermögenhoch
- Geduldmittel
- Beurteilungsvermögen und Entscheidungsfähigkeitmittel
- Flexibilität und Veränderungsbereitschaftmittel
- Selbstständiges Arbeitenmittel
- Verantwortungsbewusstseinhoch
Methodenkompetenz
- Planungsfähigkeitmittel
- Systematische Arbeitsweisehoch
- Koordinationsfähigkeitmittel
Koerperlich
- Auge-Hand-Koordinationhoch
- Fingerfertigkeitmittel
- Gute körperliche Verfassunghoch
- Kraftmittel
- Körperliche Wendigkeitmittel
- Trittsicherheitmittel
- Gutes Sehvermögenhoch
- Unempfindlichkeit der Hautmittel
Allgemein
- Zuverlässigkeit und Pünktlichkeitmittel
- Lernbereitschaftmittel
- Einsatzfreudemittel
Sozialkompetenz
- Fähigkeit zur Zusammenarbeitmittel
- Kommunikationsfähigkeitmittel
- Kundenorientierungmittel
Im Detail
Aufgaben
Der Kern des Berufs ist, aus Plänen und Materialien ein Boot zu bauen, das Form, Stabilität und Schutz gegen Wasser zusammenbringt. Ein typischer Arbeitstag wechselt zwischen Zuschneiden, Anpassen, Laminieren, Schleifen, Montieren und Servicearbeiten an bereits genutzten Booten. Besonders ist, dass viel Handarbeit nötig bleibt – vor allem bei Einzelanfertigungen, Reparaturen und gebogenen Formen.
Besonderheit
Im Bootbau siehst du den Unterschied zwischen gut und schlecht oft nicht sofort an einem einzelnen Teil, sondern erst in der Gesamtform des Rumpfs, in der Passung der Beschläge oder später im Einsatz am Wasser. Genau deshalb sind Vorarbeit, Formgenauigkeit und Oberflächenschutz so wichtig.
Alle Aufgaben
Technische Pläne und Skizzen umsetzen
Bevor ein Boot oder ein Bauteil entsteht, liest du Konstruktionszeichnungen, Maße und technische Unterlagen und leitest daraus die Arbeitsschritte ab. Bei Sonderanfertigungen oder Anpassungen fertigst du auch selbst Entwürfe, Modellskizzen oder technische Zeichnungen an. Dabei musst du mitdenken, wie Rumpf, Deck, Kiel und Einbauten später zusammenpassen, obwohl du anfangs nur Linien und Maße vor dir hast.
Bauweise mit Auftraggebern abstimmen
Vor dem Bau oder vor größeren Umbauten besprichst du mit dem Auftraggeber, welche Bootsart gebaut, repariert oder ausgestattet werden soll. Es geht um Materialwahl, Ausführung, gewünschte Ausstattung und oft auch um Sonderlösungen bei Deck, Kajüte oder Beschlägen. Diese Gespräche sind wichtig, weil sich daraus Herstellungsverfahren, Aufwand und die spätere Nutzung des Bootes ergeben.
Materialien fachgerecht auswählen und prüfen
Du wählst harte oder weiche Hölzer, technische Fasern, Metalle und Kunststoffe passend zum Bootstyp und zum Einsatzbereich aus. Bei Kunststoffarbeiten entscheidest du mit, ob etwa Glas-, Aramid- oder Kohlefasern sowie Polyester-, Vinylester- oder Epoxidharz verwendet werden. Materialfehler oder eine unpassende Auswahl wirken sich direkt auf Gewicht, Festigkeit, Haltbarkeit und Reparaturanfälligkeit aus.
Holzbauteile zuschneiden und formen
Für Holzboote oder Modelle schneidest du Bauteile mit Kreis- und Bandsägen aus und bearbeitest sie weiter durch Hobeln, Fräsen, Schleifen und exaktes Anpassen. Dazu gehören Planken, Spanten und andere Teile, die später die Form des Boots bestimmen. Weil viele Stücke gebogen verlaufen und nicht rechtwinklig sind, reicht grobes Zuschneiden nicht – jede Kante muss zur Gesamtform passen.
Hilfskonstruktionen und Negativformen herstellen
Damit ein Rumpf oder ein Kunststoffteil seine spätere Form bekommt, baust du zuerst eine Hilfskonstruktion oder ein Holzmodell. Daraus entsteht bei Kunststoffbooten die Negativform, in der Rumpf oder Deck später gefertigt werden. Diese Vorstufe ist entscheidend: Ist die Form ungenau, übernimmt das fertige Bauteil den Fehler mit.
Rumpf und Bootsstruktur zusammenbauen
Du setzt Planken, Spanten, Steven, Kiel, Spiegel und weitere Strukturteile in der richtigen Reihenfolge ein und fügst sie zum Bootsrahmen oder zur Rohform zusammen. Dabei wird verklebt, verschraubt und ständig kontrolliert, ob Symmetrie, Linienführung und Passungen stimmen. Schon kleine Abweichungen können später Probleme bei Stabilität, Dichtheit oder Fahreigenschaften verursachen.
Faserverbund-Bauteile von Hand laminieren
Kunststoffboote und einzelne Komponenten werden oft im Handauflegeverfahren in Negativformen gefertigt. Du legst technische Fasern ein, tränkst sie mit Harz und baust Schicht für Schicht Bauteile wie Rumpf oder Deck auf. Dabei kommt es darauf an, sauber zu arbeiten, Luftblasen zu vermeiden und die Aushärtung zu kontrollieren, damit das Teil später belastbar und formstabil ist.
Decks, Kiele, Masten und Bauteile fertigen
Neben dem eigentlichen Rumpf stellst du auch einzelne Bootsteile wie Decks, Kiele, Masten oder weitere Baugruppen her. Diese Teile müssen genau passen und oft hohe Kräfte aufnehmen, etwa durch Winddruck am Rigg oder Belastungen beim Fahren. Deshalb arbeitest du an Verbindungen, Auflagen und Befestigungspunkten besonders präzise.
Beschläge und Ausrüstung montieren
Am fertigen Boot bringst du Beschläge und weitere Teile aus Metall oder Kunststoff an, zum Beispiel Rudergabeln, Rigg-Befestigungen oder Beschläge für Tauwerk. Je nach Bootstyp montierst du auch Deckskomponenten, Kajütenteile oder andere Ausstattungen. Die Teile müssen belastbar befestigt sein und so sitzen, dass sie im Einsatz erreichbar, korrosionsbeständig und funktionstüchtig bleiben.
Motoren und Navigationssysteme einbauen
Bei entsprechend ausgerüsteten Booten baust du Motoren sowie Navigationssysteme ein und integrierst sie in das vorhandene Boot. Danach stellst du Funktionen ein und kontrollierst, ob Einbau, Befestigung und Bedienbarkeit stimmen. Diese Arbeiten liegen an der Schnittstelle zwischen Bootskörper und technischer Ausrüstung.
Oberflächen schleifen, lackieren und konservieren
Ein Boot wird mehrmals geschliffen und mit Schutzschichten versehen, bevor es fertig ist. Du arbeitest mit Bootslacken aus Kunstharz und anderen wasser- und korrosionsbeständigen Beschichtungen, damit Holz, Kunststoff und Anbauteile dauerhaft geschützt bleiben. Die Oberfläche ist nicht bloß Optik – sie schützt gegen Feuchtigkeit, Witterung und mechanische Beanspruchung.
Unterwasseranstriche erneuern und aufbringen
Ein wichtiger Teil der Wartung ist das Aufbringen spezieller Unterwasseranstriche auf den Rumpf. Dafür bereitest du die Fläche vor, schleifst sie nach und trägst die Beschichtung gleichmäßig auf. Diese Schutzschichten müssen für den Einsatz des Bootes geeignet sein, weil sie den Bereich sichern, der ständig mit Wasser in Kontakt ist.
Boote warten, reinigen und reparieren
Viele Bootbauerbetriebe leben stark von Servicearbeiten an vorhandenen Booten. Du tauschst Verschleißteile aus, behebst Schäden an Oberflächen oder an der Struktur, reinigst Boote gründlich und bringst sie technisch und optisch wieder in Ordnung. Besonders rund um Saisonbeginn oder nach dem Auswintern fällt viel Wartungs- und Reparaturarbeit an.
Funktionen prüfen und Boote übergeben
Vor der Ausfertigung kontrollierst du Passungen, Oberflächen, Beschläge und technische Funktionen. Du prüfst, ob Baugruppen sauber ausgeführt sind und ob das Boot dem Auftrag entspricht. Diese Endkontrolle ist wichtig, weil Fehler am Wasser nicht nur teuer, sondern auch sicherheitsrelevant sein können.
Dokumentationen und Betriebsbücher führen
Zu den Aufgaben gehört auch das Führen von Arbeitsprotokollen, Betriebsbüchern und technischen Dokumentationen. Du hältst fest, welche Materialien verwendet wurden, welche Arbeiten durchgeführt wurden und wann Wartungen oder Reparaturen erfolgt sind. Solche Unterlagen helfen bei späteren Servicearbeiten, bei der Nachverfolgung von Schäden und bei der Übergabe an Kunden.
Im Detail
Arbeitsumgebung
Kleine Betriebe statt große Serienhallen
In Österreich ist Bootbau ein kleiner Beruf mit wenigen Betrieben, viele davon sind Familienbetriebe. Das prägt auch den Arbeitsalltag: Du bist oft näher an einem gesamten Auftrag dran als in einer Großproduktion und siehst vom beschädigten Boot bis zur fertigen Ausbesserung mehrere Schritte selbst. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass nicht jede Woche Neubauten auf dich warten – Reparatur, Instandhaltung und Saisonservice sind für viele Betriebe ein zentraler Teil der Arbeit. Wer sich nur für spektakuläre Neubauten interessiert, sollte das realistisch einordnen.
Typische Umgebungsmerkmale
- Werkstatt und Werkhalle
- Teilweise im Freien
- Direkt am Wasser
- Kleinbetriebe und Teamarbeit
- Lärm durch Maschinen
- Staub, Schleif- und Reinigungsarbeit
- Kontakt mit Harzen, Lacken und Lösungsmitteln
Im Detail
Zukunftsperspektiven
Nach der Lehre: oft zuerst Service statt Neubau
Viele stellen sich unter Bootbau vor allem den Bau eines neuen Segel- oder Motorbootes vor. In Österreich sieht der Einstieg nach der Lehre aber oft anders aus: In vielen Betrieben verdienst du dir deinen Platz zuerst über Wartung, Reparaturen, Unterwasseranstriche, Austausch von Verschleißteilen und die Instandsetzung älterer Boote. Das ist kein minderwertiger Teil des Berufs, sondern der Bereich, in dem du lernst, wie Materialien altern, wo Boote im Alltag kaputtgehen und welche Ausführung wirklich haltbar ist. Wer diese Phase ernst nimmt, wird fachlich oft stärker als jemand, der nur an Neubauten arbeitet. Gleichzeitig solltest du wissen: Weil es nur wenige Betriebe gibt, ist dieser Beruf kein Massenarbeitsmarkt, sondern eher eine Nische mit begrenzten offenen Stellen.
Worauf du dich fachlich spezialisieren kannst
Mit Erfahrung und Weiterbildung ergeben sich vor allem Spezialisierungen, die direkt an die Materialien und Bauarten im Beruf anschließen.
- Segelboote oder Motorboote genauer kennenlernen und auf einen Bootstyp hinarbeiten
- Bootbau-Design, technisches Zeichnen und CAD vertiefen, wenn du stärker über Planung und Konstruktion kommen willst
- Kunststoff-, Harz- und Faserverbundverarbeitung ausbauen, weil diese Kenntnisse die Beschäftigungsaussichten verbessern können
- Innenausbau und Innenausstattung von Booten übernehmen, wenn dich Ausbau, Oberflächen und Einbauten besonders interessieren
- Elektrotechnik sowie Regel- und Steuerungstechnik für Boote dazulernen, wenn dich technische Ausrüstung an Bord reizt
- Wartung, Reparatur oder historische Boote als eigenes Spezialgebiet aufbauen
- Projektmanagement oder Qualitätsmanagement übernehmen, wenn du später stärker koordinieren als selbst bauen willst
Werkmeisterschule Kunststofftechnik: der klare nächste Schritt
Wenn du nach der Lehre mehr Verantwortung übernehmen willst, ist die Werkmeisterschule für Berufstätige in der Fachrichtung Kunststofftechnik ein wichtiger Weg. Dort geht es nicht darum, dein bisheriges Handwerk zu ersetzen, sondern es auf ein höheres technisches Niveau zu heben: Materialien besser verstehen, Prozesse sauberer planen, Qualität absichern und Arbeiten fachlich anleiten. Das passt besonders gut, wenn du im Kunststoffbootbau oder in angrenzenden Bereichen arbeiten willst. In den wenigen größeren oder stärker kunststofforientierten Betrieben kann das den Schritt zu VorarbeiterIn oder WerkmeisterIn unterstützen. Für viele BootbauerInnen ist genau diese Verbindung aus Handwerk und Kunststoffwissen der vernünftigste Hebel für bessere Chancen.
Welche Weiterbildungen im Alltag wirklich etwas bringen
Die genannten Angebote sind keine bloßen Zertifikate, sondern nützlich, wenn du in angrenzende Bereiche hineinwachsen willst.
- WIFI-Kurse zu Oberflächenbehandlung von Holz helfen dir bei Lackaufbau, Schutzsystemen und sauberer Nachbearbeitung
- WIFI- oder BFI-Angebote zu Kunststofftechnik vertiefen den Umgang mit Harzen, Kunststoffen und modernen Bearbeitungsverfahren
- Kurse zu Kunststoffschweißen können hilfreich sein, wenn du stärker in kunststoffverarbeitende oder reparaturnahe Bereiche gehen willst
- Weiterbildungen zu neuen Holzbearbeitungsmaschinen und -techniken sind sinnvoll, wenn du aus dem Bootbau auch in holznahe Berufe andocken möchtest
- Angebote zu Umweltschutzfragen in holzverarbeitenden Betrieben werden relevant, wenn du Verantwortung für Materialien, Prozesse und Betriebspraxis übernimmst
Eigener Betrieb: eher klein, aber sehr nah am Produkt
Wenn du später selbstständig arbeiten willst, gibt es für BootbauerInnen einen klaren Weg über das reglementierte Gewerbe BootbauerIn, dafür brauchst du einen Befähigungsnachweis. Realistisch ist in Österreich meist kein großer Serienbetrieb, sondern eher ein kleiner Fachbetrieb: Reparaturen, Wartung, Unterwasseranstriche, Beschichtungen, Umbauten, Innenausbau oder die Betreuung bestimmter Kundengruppen rund um einen See oder entlang der Donau. Dazu kommen freie Gewerbe wie Wartung und Pflege von Booten, die ohne Befähigungsnachweis angemeldet werden können. Das Reizvolle daran ist die Nähe zum Ergebnis: Du baust dir einen Ruf über saubere Arbeit, zuverlässige Saisonbetreuung und Kunden, die mit ihrem Boot Jahr für Jahr wiederkommen. Der harte Teil ist genauso klar: Du bist dann nicht nur Handwerker, sondern auch für Termine, Material, Kundengespräche und die wirtschaftliche Seite verantwortlich.
Realistisch
Bootbau ist in Österreich ein seltener Lehrberuf mit wenigen Lehrstellen und begrenzten offenen Stellen. Wer langfristig gut fahren will, stärkt sein Profil mit Kunststoff-, Harz- und Faserverbundkenntnissen oder bleibt offen für angrenzende Holz- und Kunststoffberufe.
Der ruhige, solide Weg in einem kleinen Fachbetrieb
Nicht jeder will aufsteigen, einen Betrieb führen oder ständig neue Titel sammeln. In diesem Beruf kann auch ein anderer Weg gut passen: Du wirst in einem kleinen Betrieb zu der Person, die sauber repariert, Oberflächen ordentlich aufbaut, Schäden richtig beurteilt und weiß, welche Lösung bei welchem Boot funktioniert. Gerade weil der Beruf klein ist, zählt Verlässlichkeit oft mehr als große Karriereworte. Wenn du gute Arbeit lieferst, Termine einhältst und Kunden dir vertrauen, kannst du dir ein stabiles Berufsleben mit klarer fachlicher Rolle aufbauen. Für viele ist genau das attraktiv: ein handwerklicher Beruf mit sichtbaren Ergebnissen, überschaubaren Teams und dem Gefühl, wirklich etwas instand zu setzen, das benutzt wird – nicht nur ein Produkt am Fließband zu berühren.
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